# kalkalpen.txt
# Zeichensatz: ANSI
# angelegt am 22.12.2002
# letzte nderungen: 24.03.2004

# Umrechnung: 1' (Fu) = 0,318 m

!docinfo [title] Aus den Nrdlichen Kalkalpen
!docinfo [htmltitle] H. v. Barth: Aus den Nrdlichen Kalkalpen (1874)
!docinfo [author] Hermann von Barth
!docinfo [webmastername] http://www.bergruf.de/alpinhistorie/barth/kalkalpen/
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# !docinfo [date] Letzte Aktualisierung am (!today)
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# fr korrekte Pfade
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# erst bei Einbindung von www.txt und counter.txt

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!include www.txt
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# !include ../../gaestebuch.txt
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# Befehle fr Hoch- und Tiefstellung
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# Headerzeilen fr HTML einbinden
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# Definition fr Bilder-Einbindung
# Beispiel fr Aufruf: (!Bild [./bilder/zzz] [alt-Text])
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# Hinweistext fr Abbildungen (korrespondiert mit obiger Definition fr Bilder-Einbindung)
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!macro AbbHinweis (!I)(Abbildung anklicken, um ein greres Bild zu erhalten)(!i)
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!macro AbbHinweis
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# Makros fr Einrckung in HTML (wird nicht korrekt umgesetzt)
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!define ein
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!begin_document
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!html_name index.html
!html_keywords Hermann von Barth, Kalkalpen, nrdliche Kalkalpen
!html_description Hermann von Barth: Aus den nrdlichen Kalkalpen
!maketitle

# spter noch ergnzen!
# (!bergrufcounter [0848402] [08.08.2002] [www.bergruf.de/bergpano/])
# <img src="/cgi-sys/Count.cgi?df=bergr-0848402&dd=B&ft=0&md=6">

# kommt ohne Text "Inhaltsverzeichnis"
!toc [all] !depth 1

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!node [Quellen-Hinweise und Vorbemerkungen zur Online-Ausgabe]
!html_name vorbemerkungen.html
Die folgenden Seiten enthalten den Text des Buches "Aus den Nrdlichen Kalkalpen" von Hermann von Barth,
nach der Ausgabe von 1874 (unvernderter, fotomechanischer Nachdruck 1984).
# AV-Bibliothek (Magazinbestand): 2001/8 M 525, 2001/8 M 525 Ex. 1, 2001/8 B 21 Ex. a
# Ich habe mir alle drei kommen lassen; die Bcher schienen mir identisch zu sein. Fr die Kontrolle
# des Textes, der in meinem Nachdruck fehlte, habe ich das Exemplar mit der letztgenannten Signatur
# verwendet.

Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzbau sind im originalen Zustand belassen worden. Zur besseren
Lesbarkeit wurden allerdings zustzliche Abstze eingefgt.

!ifdest [html]
Was im Original in ~~g e s p e r r t e r~~S c h r i f t~~ war, habe ich in dieser HTML-Fassung in
(!B)Fettschrift(!b) gesetzt.
!else
Was im Original in ~~g e s p e r r t e r~~S c h r i f t~~ war, habe ich in dieser Fassung in
(!B)Fettschrift(!b) gesetzt.
!endif

!ifdest [html]
Die Aufteilung in einzelne HTML-Seiten orientiert sich an den Zwischenberschriften aus dem
(!I)Inhaltsverzeichnis(!i) (auch wenn diese Zwischenberschriften (!I)im fortlaufenden Text(!i)
des Originals nicht enthalten waren).
!else
Die Aufteilung in die einzelnen Abschnitte orientiert sich an den Zwischenberschriften aus dem
(!I)Inhaltsverzeichnis(!i) (auch wenn diese Zwischenberschriften (!I)im fortlaufenden Text(!i)
des Originals nicht enthalten waren).
!endif

!ifdest [html]
(!B)ACHTUNG: Die Online-Wiedergabe der Barth'schen Texte ist im Sinne der Verfgbarmachung eines
alpinhistorisch-literarischen Textes zu verstehen. Die Tourenbeschreibungen ersetzen (!I)keinesfalls(!i)
die aktuelle Fhrerliteratur(!b). (Versteht sich eigentlich von selber, aber fr alle Flle...)
!else
(!B)ACHTUNG: Diese Fassung der Barth'schen Texte ist im Sinne der Verfgbarmachung eines
alpinhistorisch-literarischen Textes zu verstehen. Die Tourenbeschreibungen ersetzen (!I)keinesfalls(!i)
die aktuelle Fhrerliteratur(!b). (Versteht sich eigentlich von selber, aber fr alle Flle...)
!endif

!hline
!label Sammelwerk1926
# (!link [{] [Sammelwerk1926])
Ergnzend zum Original wurde -- insbesondere als Hilfe zur Umsetzung der von Barth benutzten geographischen
Bezeichnungen in die heutige, z.T. abweichende Namensgebung -- folgendes Buch verwendet:
!begin_quote
Carl Bnsch/Max Rohrer (Hrg.): Gesammelte Schriften des Freiherrn Hermann von Barth. --
Alpine Verlagsanstalt, Mnchen; 1926
!end_quote
!label geschweifteKlammern
Einzelne Funotentexte aus diesem Buch sind in die nachfolgenden Texte eingearbeitet; zur Kennzeichnung
sind diese Einfgungen in (!B){geschweifte Klammern}(!b) gesetzt.

!hline
!label verwendeteKartenBerchtesgadenerAlpen
# (!link [[] [verwendeteKartenBerchtesgadenerAlpen])
Fr die heutigen geographischen Bezeichnungen und deren Hhen (in (!B)[eckigen Klammern](!b) in den
Text eingefgt) wurden folgende Karten verwendet:
!begin_itemize !short
!item Bayerisches Landesvermessungsamt: Berchtesgadener Alpen; 1:50.000; Ausgabe 1980
!item Bayerisches Landesvermessungsamt: Nationalpark Berchtesgaden; 1:25.000; Ausgabe 1987
!item Alpenvereinskarte Nr.~10/1: Steinernes Meer; 1:25.000; 4.~Ausgabe 1999
!item Alpenvereinskarte Nr.~10/2: Hochknig - Hagengebirge; 1:25.000; 5.~Ausgabe 2001
!item ...
!end_itemize

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!node Titelseite
!html_name titel.html
!begin_center
(!B)Aus den Nrdlichen Kalkalpen(!b)

!bigskip
Ersteigungen und Erlebnisse in den Gebirgen (!link [Berchtesgadens] [BerchtesgadenerAlpen]),
des (!link [Algu] [AllgaeuerAlpen]), des (!link [Innthales] [InntalerGebirge]),
des (!link [Isar-Quellengebietes] [Isarquellengebiet])
und des (!link [Wetterstein] [Wettersteingebirge]).

!smallskip
Mit erluternden Beitrgen zur (!link [Orographie] [Glossar_Orographie]) und
(!link [Hypsometrie] [Glossar_Hypsometrie]) der Nrdlichen Kalkalpen

!smallskip
geschildert von Hermann von Barth.

!smallskip
Mit lithographirten (!link [Gebirgsprofilen] [Vertikalprofile]) und
(!link [Horizontalprojectionen] [Horizontalprofile]) nach Original-Skizzen des Verfassers.

!medskip
Gera, Eduard Amthor, 1874
!end_center

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!node Vorwort
!html_name vorwort.html
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!begin_quote
!begin_quote
# (!ein)
Es war im Februar~1873, als die Verlagshandlung Edard Amthor in Gera, welcher die alpine Literatur schon
mannigfache Bereicherung auf ihren verschiedensten Gebieten verdankt, an mich die Aufforderung richtete,
die Resultate meiner seit mehreren Jahren systematisch betriebenen Bergwanderungen der Oeffentlichkeit
zu bergeben. Zur Kenntnis unserer Alpen beizutragen, war seit jeher ein Lieblingsgedanke von mir gewesen,
die frheren Versuche jedoch, ihn zu verwirklichen, hatten nur Misserfolge gegeben, und ich hatte mich zu
jener Zeit bereits vllig von aller alpinen Thaetigkeit zurckgezogen.
Die Anregung, welche von Seiten der genannten Verlagshandlung mir wurde, bewog mich nun, neuerdings zum
Bergstocke zu greifen, und nachdem die Lcken ausgefllt waren, welche in meiner Kenntniss des Alpengebietes,
das ich mir erwhlt hatte, sich noch fhlbar machten, auf neuer Grundlage einen letzten Versuch zu wagen,
# wenigsten: sic!
wenigsten Einiges aus diesen Gebirgen der Kenntniss der Alpenfreunde zu bermitteln.

Den frher gehegten Gedanken, das abstrakte Resultat meiner Wanderungen und Forschungen in rein
orographischer und touristischer Form, d.i. in Form eines genauen und vollstndigen Wegweisers der alpinen
Welt zu bieten und von ihr angenommen zu sehen, nothgedrungen als eine Chimre fallen lassend, glaubte ich
der Richtschnur der in reicher Flle bereits vorhandenen Alpen-Reiseliteratur mich anpassen und die
Schilderung der Ersteigung eines Gipfels jeweils in die Schilderung (!B)meiner(!b) Ersteigung dieses Gipfels
und der dieselbe begleitenden, nothwendigen oder zuflligen Erlebnisse, kleiden zu sollen.
Wenn auf diesem Wege eine Vollstndigkeit, eine Erschpfung des Themas, wie eine Orographie oder ein
Wegweiser sie gestattet htte, auch keineswegs zu erreichen war, so war ich doch wenigestens darauf
bedacht, sowohl in Auswahl der zur Beschreibung kommenden Touren, als auch in Einflechtung gelegentlicher
Nebenbemerkungen und orographischer Abschweifungen ein thunlichst bersichtliches Bild der ganzen
Gebirgs-Gruppe zu entwerfen.

Eine besondere Nachsicht von Seiten meiner verehrten Leser muss ich fr die Gebirgs-Ansichten, welche dieses
Buch begleiten, in Anspruch nehmen. Dieselben, ohne jede Prtension zeichnerischer Vollendung zum Zwecke
der mglichst getreuen Wiedergabe der Gipfelformen und der genauen Darlegung der Wege als Behelf der
Beschreibungen entworfen, waren ursprnglich zur Ausfhrung in der Grsse bestimmt, wie meine gleichartige,
im Alpenfreund, Bd.~VII, H.~1, enthaltene Skizze: "Kamm zwischen dem oberen Walser- und Rappenalpenthale".
Es erwies sich jedoch in der Folge, dass deren Herstellung in diesem Formate so bedeutende Kosten verursachen
wrde, dass die dankbar anzuerkennende Opferwilligkeit der Verlagshandlung dadurch ber Gebhr msste in
Anspruch genommen werden. Es daher zu einer sehr bedeutenden Verkleinerung (ber 3fach in linearer
Ausdehnung) der Originalskizzen geschritten, so dass dieselben in ihrer gegenwrtigen Gestalt vielleicht nur
den einen Zweck noch erfllen knnen, in unmittelbarer Vergleichung mit der Natur einen Hinweis auf die
seinerzeit von mir verfolgten Pfade zu gewhren. ---

Was die Horizontalprofile anbelangt, so machen dieselben keinerlei Anspruch auf kartographische Genauigkeit,
sondern sind lediglich bestimmt, der allgemeinen orographischen Orientirung zu dienen. Es sind flchtige
-la-vue-Aufnahmen, wie der Alpenwanderer auf der erstiegenen Spitze sie entwirft, die Gliederung der einzelnen
Gebirgs-Abschnittes seinem Gedchtnis einzuprgen. Und dem gleichen Zwecke sollen sie, wie ich hoffe, auch
bei der Beschreibung dieser Ersteigungen gengen.

Aus diesen Gesichtspunkten bitte ich, das Werk zu betrachten, welches ich allen Freunden der Berge zur
gtigen Beurtheilung und soferne mir diess gelungen sein sollte, zu einer kleinen Bereicherung der
Kenntniss unserer schnen (!B)Nrdlichen Kalkalpen(!b) hiermit bergebe.

!smallskip
Mnchen, August 1874
!begin_flushright
(!B)Der Verfasser.(!b)
!end_flushright
# (!aus)
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!end_quote
!end_quote

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!node Inhalts-Uebersicht
!html_name inhalt.html

# kommt ohne Text "Inhaltsverzeichnis"
!toc [all] !depth 2

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#############################################################################################################
!node Einleitung
!html_name einleitung.html

!subnode Die Erforschung und Bereisung der Alpen
!html_name einleitung_alpenerforschung-bereisung.html

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!begin_quote
!begin_quote
Jung, wie fast Alles, was unsere Zeit bewegt, ist auch die Erforschung, Durchwanderung der Alpen. Wenige
Jahrzehnte haben dazu hingereicht, ein Stck Natur, das langen Jahrhunderten als etwas Schreckhaftes,
Unschnes, der Betrachtung in keiner Hinsicht Werthes gegolten hatte, zu dem begehrtesten Ziele eines
jeden Naturfreundes zu gestalten.

Wenige Jahre nur haben Hunderte von stolzen Zinnen, deren Unzugnglichkeit von Generation zu Generation war
berliefert worden, dem khnen Angriffe der Bergsteiger zum Opfer fallen sehen. Licht trugen ihre Schritte
in die verborgensen Winkel der Gebirge; bald war kein Thal, kein Kamm, kein Berg mehr unbekannt, namenlos;
die Entdeckung, zu Anfang solchen Strebens noch auf geographisch wesentliche Objekte gerichtet, fand bald
keine andere Ausbeute mehr, als die Correktur geringfgiger Fehler auf den vorhandenen Karten, -- den Nachweis
eines unrichtig bezeichneten Abzweigepunktes, -- der falschen Lage oder Ausrichtung eines Kars, eines
Ferners; und auch dieser Ertrag wird von Jahr zu Jahr zusehends geringer. Die Gipfelersteigung, einer der
wesentlichsten, am wenigsten den Einflssen der Tuschung unterworfener Behelf alpiner Kartographie, nicht
minder aber auch ein mchtig reizender und treibender Moment des alpinen Sports, steht heutigen Tages im
Vordergrund. Als Herr der Natur will der Mensch sich fhlen, auf allem und jedem Gebiete; -- er brauchte
das Gebiet der Alpen nur zu betreten, um auf den Gewinn seiner hchsten Ziele den Willen zu richten.

Und jeder Sommer sieht sie fallen, die Firnen- und Felshupter, die Jahrtausende lang auf's Thal und seine
Bewohner niederschauten, unberhrt von ihrem Fuss. Die noch des Siegers harren, stolz auf ihre
Unbezwingbarkeit, sie sind in Aller Munde, und wohl nicht lange mehr -- so wird ein und der Andere sich
finden, der das unmglich Scheinende mglich zu machen weiss. Und nicht viele Jahre mehr, so werden
alpine Neuigkeiten aus unsern Alpen nur drftig mehr erbracht werden knnen.
!end_quote
!end_quote
!end_quote

!subnode Ein vergessenes Gebiet
!html_name einleitung_vergessenes-gebiet.html
!begin_quote
!begin_quote
!begin_quote
Inmitten dieser regen Thtigkeit, dieses mehr oder weniger von planmssiger Forschung geleiteten Suchens
und Strebens bleibt (!B)ein(!b) Alpenrevier vergessen, -- (!B)vergessen(!b) vielleicht nicht, aber
(!B)gemieden(!b), wie ehedem die Berge im Allgemeinen gemieden worden sind. Nicht ferne liegt es,
abgeschieden von den Gebieten der Cultur, nicht weiter Reise bedarf's, in seine Centren zu gelangen. Ein
grosser Theil des Contingentes, das allsommerlich vom Flachland in die Alpenthler entsendet wird,
durchkreuzt sogar diese unbekannten Wsteneien. Inseln gleich liegen sie inmitten der besuchtesten, vom
Touristenvolke berschwemmten Gebirgsgegenden. Doch trennen oft nur wenig Stunden den Tummelplatz der
Sommerfrischler in stdtischer Eleganz von den Oeden der Hochalpenwelt, wo der Pfad sich verliert, wo
kmmerlich nur Pflanze wie Thier sein Dasein fristet, wo die nackten Felsen ihre Ketten verschlingen oder
meilenweite Hochflchen berdecken und die Gipfel in's Himmelsblau sich thrmen, die man im Thal, im Lande,
nicht kennt, noch nennt. Drngt's Dich, hineinzutreten in jenen wilden Reigen, die Werksttten der Zerstrung
zu erschauen in der schaffenden Natur. --

Zieht's Dich hinauf zu jenen schartigen Graten, ber welche mit leichtem Huf die Gemse hinwegsetzt, hinauf
auf's Horn, auf die Felsennadel so schlank, als sollte sie brechen unter dem blossen Gewichte des
Ersteigers?! -- Frage das einheimische Volk! frage sie, die seit ihrer ersten Jugend emporgesehen zu jenen
Zinnen, die ihnen nahe getreten sind hunderte von Malen, in ihrem Rahmen alljhrlich den Alpensommer
verbringen! Was Du von Ihnen erfhrst, ist Nichts, -- nicht Namen noch Weg weiss man Dir zu nennen. Und
wenn je znftige Fhrer an einem oder anderen Orte sich befinden, so sind diese eingelernt auf einige
althergebrachte, schon oft ausgefhrte Alpenwanderungen. Sie entdecken nichts Neues, -- der Entdecker in
den Bergen findet an ihnen (!B)keinen(!b) Behelf. --
!end_quote
!end_quote
!end_quote

!subnode Parallele zwischen den Gletschergebirgen und den Nrdlichen Kalkalpen. Das Rangverhltnis beider.
!html_name einleitung_gletschergebirge.html
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!begin_quote
Die (!B)Nrdlichen Kalkalpen(!b), den deutschen Landen am nchsten gelegen, in ihrem Gesammtverlaufe die
Mark des wiedererstandenen Reiches bezeichnend, sie sind jenes unbestellte Feld alpiner Forschung, sie
sind es, welche die alpine Welt nicht kennt, -- zu ihrem grsseren Theile auch nicht kennen (!B)will(!b). --
Wer Felsengebirge und Gletscher berwandert hat, der weiss den Vorrang der letzten, was touristische
Interessen anlangt, zu wrdigen. Da geht es stundenlang dahin ber die geebnete Flche in einer Steigung,
die kaum fhlbarer, als die einer gewhnlichen Strasse sich macht; da liegen Thal und Gipfel offen, frei,
allberall kann der gebte Blick den Weg ersphen nach dem Ziele -- er knnte es wenigstens, doch braucht
er's nicht, leitet den Bergreisenden ja doch des Fhrers sicherer Fuss, gleich bewhrt auf bekannten und
unbekannten Firnen. Und wchst die Steile, heben die Eisplanken sich gegen den Grat, brechen die
Schrofen aus der Schneedecke heraus, -- mht sich der Fuss auf seiner Bahn, so geschieht's, ein hohes
und meistens dann schon nahes Ziel zu gewinnen. Fassbar ist der Grund der Plage und ihr winkt gar bald
ein herrlicher Lohn.

Wie anders im Felsgebirge -- in Kalkbergen vor Allen! -- Tief im Walde beginnt die Wanderung, verborgen
kreuzen sich die Pfade, verlieren sich an struppigen Gehngen der Thler und Schluchten. Glcklich schon
preist sich der Wanderer, sieht er keinen Baumwipfel mehr ber sich emporragen, zehnfach glcklich, hat er
der Legfhren schwarzgrne Dickung unter sich und hat diese Zone durchschritten, ohne im undurchdringlichen
Gefilze von rechter Fhrte abzukommen.

Stundenlange wohl whrt der Marsch, bis dass die Freie der Bergeshhen die Brust weitet, Ausblicke in
schne Fernen den Sinn erheitern, die ermattenen Krfte spornen, noch Schneres sich zu erringen.
Das Pflanzenkleid erstirbt, die Oede des Hochgebirges breitet sich umher, die Gipfel recken sich aus ihren
Kmmen. Kein Gletscherstrom nimmt den Ankmmling auf, mit seinen funkelnden, starren Wogen, mit seinen
Seracs und azurschimmernden Eisgrotten; kalkweiss dehnt sich der Schotter des Kars an den Fuss der Mauern,
von seinem Boden strahlt sengend das Sonnenlicht zurck, in seinen Gerllen versiegen die Gewsser;
mhselig arbeitet der Tritt sich aufwrts in weichenden Geschiebe, bis endlich, endlich er den Felsen fasst,
den Gipfel berhrt, und rascher empordringt, auf festem Boden, -- nach langen Umherschweifen geradenwegs
zum Ziel. -- Und wer hilft ihm diess Ziel gewinnen? Wer sichert den Bergwanderer an engstufiger Wand, auf
abschssiger Platte? Schlingt das Seil sich ihm um den Leib, angelegt dort, wo es sein soll und beibehalten
dort, wo es (!B)nicht(!b) mehr sein sollte? -- Vermag er, vermag sein Fhrer den Pickel in den Fels zu
schmettern, Halt zu finden oder zu schaffen da, wo Natur ihn versagt?
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!end_quote

!subnode Anblick der Nrdlichen Kalkalpen von den Gletscherfirsten Tirols
# !alias einleitung_kalkalpen-anblick
!html_name einleitung_kalkalpen-anblick.html
# # Stichwort: Wildspitze (tztaler Alpen)
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!begin_quote
Nicht mag es Wunder nehmen, dass unsere Kalkalpen den Gletschergebirgen gegenber zurckgesetzt erscheinen;
bieten sich ja doch des Schnen um so viel weniger, verlangen der Mhe um so vieles mehr, als jene. Und
endlich ist ihr Rang in den Alpen ein geringerer; zwei bis dreitausend Fuss durchschnittliche
Hhendifferenz geben immerhin einen fr die Touristenwelt bedeutsamen Ausschlag. Sie ist wohl berhaupt
geneigt, unsere Kalkgebirge als blosse Vorberge (!B)ihrer(!b) Alpen, der centralen Salzburger und Tiroler
Gletscherwelt zu betrachten, sie mchte ihnen den gleichen Rang neben jenen anweisen, wie das Vorgebirge am
Saume der bayerisch-schwbischen Hochebene den Ketten gegenber, deren Sdfuss der Inn besplt. -- Doch
gemach! -- Betrachtet Euch dieses "Vorgebirge" in ihrem Innern! Tretet ein in die Plattenwsten eines
Steinernen Meeres und (!link [Haagengebirges] [BerchtesgadenerHagengebirge]), thut einen Blick in die
unermesslichen Steinden eines
Karwendel-Gebirges -- zieht eine Querlinie, nicht mit dem Stift, sondern mit eisengewaffnetem Fusse, von
Partenkirchen bis an den Strand des Inn! -- Betrachtet, wenn Luft und Licht Euch gnstig, von den
Firnscheiteln der Tauern oder der Oetzthaler Ferner aus Euch diese "Vorgebirge"! --

Nie habe ich meiner
Wanderungen an den Kalkketten mich mehr gefreut, als an dem herrlichen Septembertage, der bei wolkenlosem
Himmel auf dem Gipfel der Oetzthaler (!B)Wildspitze(!b) mich sah. Da standen sie draussen, fern im Norden,
die khnen Zacken, die Mieminger, das Wettersteingebirge, die hohen Wchter an den Quellen der Isar;
blassgelb leuchteten sie herber ber die Welt von Eis mit ihren violettbraunen Klippenrndern.
Fllten Gletscher ihre Kare, -- ein Hhenunterschied mchte dem Augenscheine kaum fhlbar werden.
Mit hohem Interesse vernahmen die tchtigen Venter Fhrer von mir die Namen jener Kalkzinnen, deren Erscheinen
sie jedesmal als einen besonderen Vorzug des Aussichtsbildes preisen, nicht weniger als jenes der duftigen
Schneelinie ber dem Bernina, die von ihnen fr die Monte Rosagruppe angesehen wird. Ein anderes, ein
(!B)neues(!b) Gebirge ist es, das dort im Norden emportaucht, ein (!B)Vorgebirge(!b) ist es nicht.
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!subnode Der Bergwanderer in den Nrdlichen Kalkalpen
!html_name einleitung_bergwanderer.html
!begin_quote
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!begin_quote
Werth der Beachtung, werth des Besuches der Bergfreunde sind sie in der That, diese Kalkalpen. Und
(!B)einen(!b) Vorzug besitzen sie vor den begletscherten Gebirgen, -- ein Vorzug freilich, der in den Augen
der alpinen Welt wohl eher als das Gegentheil eines solchen angesehen werden mchte: auf sein eigenes
Knnen (!B)allein(!b) gesttzt, vermag der Alpenwanderer ihren Firsten zu nahen, und nur dem, der dies
vermag, ffnet sich das Allerheiligste ihres Tempels. Preiset nicht das begeisterte Wort khner
Hochgebirgsdurchforscher das Ersteigen seiner Gipfel als die Bethtigung der Ueberlegenheit menschlicher
Kunst, menschlicher Kraft, gelenkt von selbstbewusstem Willen, ber den starren Widerstand der Materie, --
als Besiegelung der Herrschaft des Menschen im ganzen Reiche der Natur? -- Wo mchte die Ueberlegenheit
schrfer zum Ausdrucke gelangen, wo mchte Siegesfreude und Siegeszuversicht gewaltiger emporlodern als da,
wo der einzelne Mensch fr sich allein den Kampf besteht, -- kein Mehr kein Weniger, -- das (!B)Ganze(!b)
des Erfolges durch eigenes Thun errungen hat? -- Wo mchte reinere Befriedigung solcher Thtigkeit ihm
erwachsen, als in Gebirgen, die (!B)nur(!b) durch sie erforscht, bekannt werden knnen?
!end_quote
!end_quote
!end_quote

!subnode Wie ich die Berge betrachtete, und wie ich sie fand
!html_name einleitung_betrachtung-findung.html
!begin_quote
!begin_quote
!begin_quote
Ich trat vor Jahren an die Berge heran, ein Neuling aus der Ebene, behaftet mit allen Vorurtheilen des
Volkes im Flachlande, -- des Volkes in den Bergen (!B)selbst(!b), ber die Alpenwelt. Ich sah und entdeckte,
-- ich suchte und fand, -- zgernd wagte ich eins um das Andere, -- weil das, was ich vorher gewagt, ein
Wagniss nicht gewesen war. -- Ich sah die Bume und Bsche verschwinden, die grne Decke vom Felsenboden
sich streifen, ich sah den Fels, -- die Wand (!B)nicht(!b), die Thalbewohner in ihm sehen. Ich sah den Weg,
der "ohne Fhrer nicht zu finden", offen vor mir liegen, -- ich sah die Pfade und Gnge eng an den steilen
Hngen, -- die zollbreiten Leisten (!B)nicht(!b), an glatter Mauer, wie Buch und Bild sie weisen. Ich
stieg hinauf zur Scheitelhhe des Grats, zum zackigen Firste und berkletterte seine Zhne, -- die
bretterdnne Schneide sah ich (!B)nicht(!b), ber welche nach Seiltnzer-Art der Bergsteiger balanciren
solle. Und ich stand auf der Gipfelzinne, die (!B)allein(!b) zu gehen fr Wahnsinn galt, -- einige Stunden
lang war ich aufwrts gestiegen, hatte jeweils einige hundert Schritte weit meine Weglinie berlegt im
Voraus bestimmt, -- sonst Nichts . . . .  (!B)Das(!b) also war des Pudels Kern! -- (!B)Das(!b) sind die
Berge, (!B)das(!b) ist Bergsteigerei! -- -- Und rasch entwickelte sich das neue Treiben; brauchte ich
anfnglich keine Fhrer auf Hochgebirgsfahrten, zu welchen andere solcher bedrfen(!^)*(!^^)), so ging ich
bald auch auf Hhen, welche die Fhrer, die znftigen wenigstens, nicht zu betreten wagen. Ich durchstreifte
Gebirge, in welchen man vergeblich nach Fhrern fragt, -- ich erstieg Gipfel, deren Namen man in den
umliegenden Thlern nicht kennt. Den Eingeborenen der Alpen, den Jgern und Hirten, mochte ich neue Pfade
lehren und von dem Gemswild liess ich die meinigen mir weisen. --

!begin_quote
(!^)*(!^^)) Ich verkenne keineswegs den Nutzen eines Fhrers, wenn man einen solchen findet fr einen
Gipfel, welchen aus eigener Wahl man betreten will. Aber das Verhltniss liegt in unseren Nrdlichen
Kalkalpen regelmssig so, dass man nur fr jene Gipfel Fhrer erhlt, welche hufig besucht werden, auf
welche daher ein gebter Steiger keinen (!B)braucht(!b); und fr die selten oder gar nicht betretenen
Zinnen finden sich auch keine Fhrer. Wer die Seiten dieses Buches durchblttert, wird finden, dass,
wenn von mir die Rede geht, ich nhme (!B)nie(!b) einen Fhrer, diess cum grano salis zu verstehen sei.
Ich (!B)will(!b) auf jeden Gipfel gehen, halte sehr viele von meinen Zielen fr ohne jegliche Begleitung
erreichbar, und wo ich eine solche wnschte, da (!B)finde(!b) ich meistens keinen Fhrer und gehe
(!B)desshalb(!b) allein. Zweck der Alpendurchwanderung und thatschlicher Nothstand hat mich zum
selbstndigen Bergsteiger weit mehr herangebildet, als die Sucht nach dem Rufe "Ich brauche keinen Fhrer".
!end_quote
!end_quote
!end_quote
!end_quote

!subnode Frhere Versuche, durch Beschreibung etwas Licht ber sie zu verbreiten; meine jetzigen Anschauungen und Ziele
!html_name einleitung_lichtverbreitung.html
!begin_quote
!begin_quote
!begin_quote
Ein reiches Material von Erfahrungen in den uns nchstgelegenen und in vielen Beziehungen am wenigsten
gekannten Alpen hat dadurch sich in mir angesammelt. Der Wunsch, auch Andere dieser Erfahrungen theilhaftig
werden zu lassen, war von Anfang an in mir rege gewesen -- und es war nicht Wunsch, dass die alpine Welt
verwundert hre, was (!B)ich(!b) gethan, was (!B)mir(!b) geglckt -- ich wnschte zu bewirken, dass Andere
das Gleiche leisten und erreichen knnten. Wie (!B)ich(!b) gesehen, verstanden, gebt, wie (!B)ich(!b) in
Kurzem ungeahnte Erfolge erzielt hatte, so konnte das ein Jeder, der von der Natur die Fhigkeiten eines
Alpenwanderers erhalten -- und derer sind nicht allzu Wenige. Und leichter konnten es jene als ich; die
wichtigsten Vorfragen, die bei einer neuen Bergtour zu erledigen sind, die Wahl des Ausgangspunktes, der
Anstiegsseite, eine minutise Beschreibung aller Momente, die fr die Pfadfindung von Bedeutung sein
konnten -- ein Wegweiser im vollen Sinne des Wortes war geboten (!B)Dem(!b), der die Wege (!B)gehen(!b)
wollte(!^)*(!^^)). -- Dass jene Wegweiser keinen Anklang fanden in der alpinen Welt, bewies mir, dass ich
(!B)allein(!b) stehe in einer Art des Alpenbesuches, die Jahr fr Jahr die genaue Kenntniss einer fest
umgrenzten Gruppe mir eingetragen hatte; dass, soweit menschliche Voraussicht reicht, die Kenntniss unserer
Nrdlichen Kalkalpen, ihrer grossen, fhrerlosen Gebiete namentlich, von der Zukunft der Alpenvereine und
ihrer Thtigkeit nur wenig zu hoffen habe; dass von den gewohnten Zielen nur schwer sich werde ablenken
lassen. Fehlt doch zum Aufsuchen neuer das wesentliche Erforderniss, -- der (!B)Fhrer(!b), dem sie bereits
bekannt seien. --

!begin_quote
(!^)*(!^^)) Ich berufe mich in dieser Beziehung auf mein zu Berchtesgaden deponirtes Manuscript:
(!B)Wegweiser in den Voralpen; Gruppe zwischen Salzach und Saalach(!b); meine von der Section Algu des
Deutschen Alpen-Vereins in Autographie herausgegebene Arbeit "(!B)Wegweiser in den Voralpen; Gruppe zwischen
Bregenzer Ache und Lech (Algu)(!b)"; -- mein an die Sectionen des Deutschen Alpen-Vereins im Frhjahr 1871
gerichtetes Circular, betreffend die Subscription auf einen Wegweiser durch die (!B)Karwendel-Gruppe(!b),
dessen Drucklegung infolge der usserst geringen Anzahl von Subscribenten unterblieb.
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Wenn ich nach solchen Erfahrungen bei einem neuerlichen Versuche, etwas Licht ber die Nrdlichen Kalkalpen
zu werfen, in die Fussstapfen meiner Vorgnger in alpiner Literatur trete, -- wenn ich einzelne meiner
eigenen Bergfahrten in jenen unbekannten Gebieten zur Beschreibung bringe, so mchte ich dabei den
ursprnglichen Zweck, welchen ich in meinen Gipfelersteigungen verfolgte, gleichwohl nicht vllig ausser
Augen lassen. Eine vollstndige Beschreibung (!B)aller(!b) meiner Touren wird, nachdem der Gesichtspunkt
eines Wegweisers aufgegeben werden musste, von mir nicht mehr verlangt werden; sie wrde Bnde fllen und den
geduldigsten Leser ermden. -- Doch habe ich versucht, die wenigen geschilderten Ersteigungen in solcher
Art auszuwhlen, dass in ihnen zugleich der Gruppe, in welcher sie sich abspielen, eine Bereicherung ihrer
Orographie und der Kunde von ihren touristischen Verhltnissen zu Theil werde. In beiden Beziehungen wird
meinen mehrjhrigen Erfahrungen zufolge ein Gebirge nur bekannt durch den Besuch mglichst zahlreicher,
womglich (!B)aller(!b) bedeutenden Culminationspunkte. Ein einziger Gipfel erffnet mehr Relief der
Bergkmme, bringt deren Plastik in bestimmteren und nachhaltigeren Zgen zum Bewusstsein, als tagelange
Thal- und Jochwanderungen. (!nl)
Ebenso ist zu wahren orographischen Durchforschung, zur Uebung einer sichtenden Kritik ber das
widerspruchsvolle Material kartographischer und hypsometrischer Daten die enge Begrenzung solcher Thtigkeit
auf ein bestimmes Gebiet und ihre nachhaltige Dauer unbedingt erforderlich. Unterhaltend mag es sein, in
einer Ferienreise von einigen Wochen den Dachstein, den Watzmann und die Zugspitze, die Wildspitze im
Oetzthal -- den Ortler -- einen Dolomiten Sd-Tirols zu besuchen und vielleicht mit dem Gross-Glockner zu
schliessen, und wer in solcher Art die Alpen bereits, der mag in kurzer Zeit eine Summe klangvoller
Namen aufzuweisen haben, mit welcher Andere schwer in Concurrenz zu treten vermchten. (!nl)
Ich habe Jahr fr Jahr eine einzelne, natrgemss umgrenzte Gruppe der Nrdlichen Kalkalpen mir erlesen
und durchwandert. Ich kenne wenig in den Alpen; aber was ich davon kenne, das ist mir (!B)bekannt(!b) im
vollen Sinne des Wortes. Und wenn ich aus diesen wenigen und kleinen Gebieten dem Leser dieser Zeilen
einige ausgewhlte Gipfelbesteigungen vorfhre, und mit meinen Erlebnissen einige Hinweise auf die Struktur
und die Verkettung jener Gebirge, auf ihre Hhen und Benennungen, auf tourististisch beachtenswerthe
Objekte oder auf Wege und Wanderungen, welche einem knftigen Besucher erspriesslich sein mchten, verbinde,
so erhlt er damit das summirte Resultat unzhliger eigener Wahrnehmungen und der auf dieselben gegrndeten
Schlsse, nicht den mit unzuverlssigen, da und dort erhaschten Angaben geschwellten Inhalt eines
Notizbuches. Ich darf mich der Hoffnung hingeben, dass auch derjenige, welcher lediglich nach
orographischem und touristischem Materiale sucht, mein Buch nicht gnzlich unbefriedigt aus der Hand
legen werde.

Dem Besteiger aber, welcher selten erreichte Ziele zu gewinnen, welcher Licht dorthin zu tragen strebt,
wo tiefes Dunkel noch herrscht, ihm mchte dieses Buch ein Leitfaden sein der Kunst, mit starren Felsgestalten
zurecht-, -- mit den Nrdlichen Kalkalpen in's Reine zu kommen. Er mag die Skizzen der erstiegenen Gipfel,
er mag die Weglinien, die auf ihnen gezeichnet sind, an Ort und Stelle mit der Natur vergleichen und sich
fragen: "Weisen mir diess nicht meine eigenen Augen?" -- er mag bei Durchlesen der einzelnen Schilderungen
an manches selbst Erlebte sich erinnern und sich fragen: "War dabei der Fhrer nthig?" -- Und dann erst,
wenn die Alpenwanderer beginnen, mndig zu werden vor dem Volke der Berge, wenn sie anfangen, der eigenen
Kraft mehr zu vertrauen, als der Hilfe eines Unbekannten, -- wenn sie die Tage des Suchens nach dem
(!B)Fhrer(!b) einmal zum Suchen nach dem (!B)Gipfel(!b) verwenden, wird eine schnere Zukunft unseren
Nrdlichen Kalkalpen erblhen.
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!subnode Gruppentheilung der Nrdlichen Kalkalpen
!html_name einleitung_gruppentheilung.html
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Die Gruppen, in welche meine Beschreibungen den Leser fhren sollen, zerfallen in zwei Einzelgruppen
grsserer Laklalpen-Reviere einerseits, andererseits in das Gesammtgebiet der Hochgebirge an der Grenze
Bayerns und Tirols, welche ich als die (!B)centralen Nordtiroler Kalkalpen(!b) bezeichnen mchte. --
Behandeln die ersten beiden Abschnitte dieses Buches Gebiete, welche als Ganzes nicht vllig unbekannt
mehr sind, liegt in ihnen der Schwerpunkt in der Schilderung selten ausgefhrter oder doch noch nicht
beschriebener Besteigungen, so leiten dagegen die drei letzten den Leser in eine fast vllige terra
incognita. Das (!B)Wetterstein-Gebirge(!b) allein macht hiervon eine Ausnahme; und auch in ihm ist
keineswegs Alles so klar gestellt, wie der geradezu zur Mode gewordene Zugspitzbesuch das vermuthen
lassen mchte. (!nl)
In die Thler und Kare des (!B)Karwendel(!b), an den massiven Stcken der Mieminger Berge hinauf dringt wohl
selten der touristische Schritt. Die drei genannten Gruppen zusammen, einander nahe benachbart, von
gleichem geologischen Alter (Wettersteinkalk, d.i. Unterer Keuper der Alpen) und unverkennbarer
Gleichfrmigkeit der Struktur vereinigen sich zu einem natrlichen Ganzen; sie bildeten drei Jahre lang
mein specielles Excursionsgebiet, in welchem ich ber allzugrosse Concurrenz mich nicht zu beklagen hatte.
Sie sind es namentlich, deren Mangel an Fhrern, an Gebirgskenntniss der Eingeborenen berhaupt, dem
Alpenreisenden, der nicht auf eigenen Fssen zu stehen und zu gehen weiss, unerbittlich ihre Pforten
verschliessen.

Die beiden ersten Gruppen hingegen, das Berchtesgadener Land und das Algu, knnten mit Recht ausgedehnteren
Gebieten der Nrdlichen Kalkalpen zugetheilt werden. Man knnte mit ersterer die Loferer Steinberge
vereinigen und sie als letztes Glied in der Reihe der Plateaustcke nrdlich der Enns (Warscheneck,
Todtes Gebirge, Dachstein-Gruppe, Tennen-Gebirge, (!link [Haagen-Gebirge] [BerchtesgadenerHagengebirge]) und 
Steinernes Meer) betrachten, --
letztere aber mit den Tiroler Lech-Alpen und allenfalls noch mit der Rhtikon-Gruppe (mit welcher die
nrdlichen Kalkalpen allerdings mehr einen geologischen als einen orographischen Zusammenhang zeigen)
unter dem Namen (!B)Nordwestliche Kalkalpen(!b) vereinigen.
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!subnode Hoffnung auf sptere Zeit
!html_name einleitung_hoffnung.html
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Es zeigt diese Aufzhlung, wie wenig auch aus dem engeren Rahmen der Nrdlichen Kalkalpen -- auch durch die
mehrjhrigen Bergwanderungen eines Einzelnen, der ausschliesslich ihnen sich widmete, entdeckt und bekannt
werden konnte. -- Aber "Eines schickt sich nicht fr alle" -- und (!B)Alles(!b) schickt sich nicht fr
(!B)Einen(!b). So lange nicht eine Mehrzahl strebsamer Alpenjnger von der Jagd nach klangvollen Namen,
nach unerstiegenen -- und als unerstiegen (!B)berufenen(!b) -- Gipfeln auf das Feld der Specialforschungen
abgelenkt wird, so lange wird Stckwerk all' unser Wissen von den uns nchstgelegenen Gipfeln bleiben.
Eine schwache Hoffnung nur lebt mir, dass solches in naher Zeit zum Besseren sich wende; aber in dieser
schwachen Hoffnung auch lade ich den Leser ein, mich zu begleiten auf einsamen Pfaden in ungekannte
Felswsten, auf ungenannte Zinnen. Vielleicht dass (!B)Einer(!b) doch sich findet, der in knftigen
Sommern ein Gleiches thut, -- thun (!B)will(!b), -- es (!B)knnten(!b) es Viele. Und findet dieser Eine
sich nur, so will ich nicht unbefriedigt zurckblicken auf des Bergstocks und des Eisens Werk, -- auf
die Thtigkeit der Feder.

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(!B)Glck auf!(!b)
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!include berchtesgadener_alpen.txt

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!node (II. Aus dem Alguer Alpen)
!alias AllgaeuerAlpen
!html_name allgaeuer_alpen.html

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!node (III. Aus dem Nord-Innthaler Gebirge)
!alias InntalerGebirge
!html_name nordinntalgebirge.html

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!node (IV. Aus dem Quellen-Gebiete der Isar)
!alias Isarquellengebiet
!html_name isarquellengebiet.html

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!node (V. Aus dem Wetterstein-Gebirge)
!alias Wettersteingebirge
!html_name wetterstein.html

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!node Schluss
!html_name schluss.html

!subnode Wann wird die Vernachlssigung der Nrdlichen Kalkalpen ein Ende erreichen?
!html_name schluss_vernachlaessigungsende.html
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# S. 634
Ich habe den Leser ber die Zinnen der Hoch-Gebirge von einem Ende der deutschen Reichs-Marken zum anderen,
habe vom Knigssee bis an den Bodensee ihn gefhrt. In unbekannte Wsteneien ist er mit mir eingedrungen,
wo selten, nie vielleicht noch ein eiserner Tritt der Gemsen Ruhe gestrt. Ob er zufrieden seinen
Begleiter verlsst, welcher die hohen Ziele ihm gezeigt, auf ihre Zahl ihn hingewiesen, das zu beurtheilen
vermag ich nicht. (!B)Eins(!b) nur wiederhole ich, (!B)eine(!b) Frage, die schon im Eingange dieses
Buches gestellt wurde, werfe zum Schlusse wiederholt und abermals wiederholt ich auf.
(!B)Wann(!b) wird es anders, (!B)wann(!b) wird es lichter werden in den vaterlndischen und den
vaterlndischen Grenzen benachbarten Gebirgen? -- Wie lange soll es noch whren, vom Strome der
Alpenfreunde sie frmlich (!B)gemieden(!b), ihren Besuch auf einzelne Sommerfrisch-Orte beschrnkt zu
sehen und auf einige wenige Spitzen unter Hunderten? --

Noch stehen sie da, in reicher Menge, die Gipfel, die Alpen-Gebiete, die vom Touristenfuss noch unberhrt,
noch unbenannt sind von beschreibender Feder. Warum gilt (!B)hier(!b) nicht der Reiz des Neuen? warum
(!B)hier(!b) immer und immer auf der alten Bahn? -- warum sucht man in den (!B)Kalkalpen(!b) die neuen,
vielleicht noch unerstiegenen Gipfel nicht mit dem gleichen Eifer wie in den Gletscher-Revieren? --

Die Antwort hierauf habe ich in der Einleitung bereits gegeben. Mehr (!B)Mhe(!b), und mehr
(!B)eigene Thtigkeit(!b) erfordern die Wanderungen in den Kalk-Gebirgen. Selten ist eine Strecke
derselben mit der Gletscherstrasse auch nur in entfernten Vergleich zu bringen. Die Sicherung, die Hilfe
von Seiten der Fhrer, ist eine geringere, auch (!B)wenn(!b) man
# S. 635
solcher sich bedient. Die Culminationspunkte der Gletscher-Gebiete sind hufig -- meistens sogar --
unerstiegen ihrer entfernten Lage in weiten unbetretenen und wenig bekannten Firnbecken wegen.
Wer sich entschliesst, die Schritte einmal ein paar Stunden lang in vernderter Richtung durch die
Eiswsten zu lenken, ersteigt den unerstiegenen Gipfel, oft ohne die geringste Schwierigkeit.
Eine Kalkzinne dagegen, die nahe dem Bereiche lebendiger Natur sich rckte, welche der Mensch vom
Schauplatze seines Treibens aus, sozusagen, mit Hnden greift, -- ist (!B)sie(!b) unbetreten, so hat ihr
Aussehen bis heute jeden Besucher, so nachbarlich er ihr auch stand, zurckgehalten. --
(!B)Hier(!b) gilt es Probe; wer (!B)sie(!b) gewinnt, hat gethan, was Andere nicht gewagt.

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(!^)*(!^^)) Ich hoffe mit dieser allgemeinen Parallele nicht missverstanden zu werden. Ich weiss sehr wohl,
dass auch in den Gletscher-Gebieten Gipfel bestanden und noch bestehen, deren gefahrdrohender Anblick
von jeder Besteigung bisher abschreckte; und das Umgekehrte kommt wohl auch in weitgedehnten
Kalkalpen-Revieren vor, wie z.B. in der Karwendel-Gruppe. Hier fand ich freilich manchen jener Gipfel,
fr welche eine frhere Ersteigung nicht nachweisbar (allerdings nicht unwahrscheinlich) ist, als ganz
leicht zugnglich.
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!subnode Was man in ihnen lernen kann
!html_name schluss_lernen.html
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Und nicht der schwache Ruhm allein, gewagt, und mit Erfolg gewagt zu haben, was Anderen unausfhrbar
erschien, ist das Ergebniss solchen Thuns. Die Bltter dieses Buches haben dem Leser einige Einblicke
erffnet in die gruliche Verwirrung alpiner Kartographie. Wie, wenn die Kartographen tchtige,
selbstndige Bergsteiger gewesen wren? -- Der Mann der Wissenschaft, habe er Namen wie immer, bereist
die Alpen, dieses unerschpfliche Feld neuer Entdeckungen in seinem Fache. Dem Gebirgssohne sind
seine Ziele unverstndlich -- unverstndlicher noch, als der Begehr nach einem unbekannten Gipfel.
Wie, wenn er nach eigenem Gutdnken und Plane die Schritte zu lenken vermchte? -- 

Die Sicherheit der
Orientirung, welche bis zu nahe Unfehlbarkeit im (!B)Errathen(!b) sogar sich steigern, die Achtsamkeit
auf das Kleinste, das im grossen Unternehmen von Bedeutung werden kann, die richtige und kaltbltige
Ueberlegung in bedenklichen Situationen, getragen von der Macht der Gewohnheit, dem goldenen Worte
"(!B)Es ist alles schon dagewesen(!b)" -- das Alles sind Eigenschaften, die in den Alpen errungen,
und nicht (!B)allein(!b) nur in den Alpen bentzt werden knnen. Und das Felsengebirge ist ihre Schule.
Der Entdeckungsreisende in fernen Welttheilen sogar mchte eine nicht ganz werthlose krperliche und
in gewisser Beziehung auch geistige Vorbereitung darin
# S. 636
gewinnen, einen Sommer lang oder zwei in den Nrdlichen Kalkalpen zu (!B)gehen(!b), -- nicht sich
(!B)fhren zu lassen(!b).
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!subnode Regel und Ausnahme
!html_name schluss_regelausnahme.html
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Allen freilich -- auch wenn ich unter diesen Allen nur alle Bergsteiger verstehe -- es zuzumuthen, ohne
anderen Behelf als graphisches Material, Fernglas, Stock und Eisen und den gebten Sinn, der das Rechte
am rechten Orte verwendet, die Alpen zu bereisen, wre zu weit gegangen. Die grosse Masse mag im
Gegentheile feststehen zu ihrer Gewohnheit, mag von Jenen, die anderer Meinung in Theorie und Praxis sind,
nur sagen "Es muss auch solche Kuze geben". -- Ja, es (!B)muss(!b) sie geben und sind ihrer erst mehr,
dann wird es heller werden in den Nrdlichen Kalkalpen. Und auch die znftigen Bergsteiger empfinden
manchmal einen Nutzen von solcher ablehnend behandelten Ausnahmsthtigkeit. Fnfzehn Jahre lang war die
(!B)Dreithorspitze(!b) verrufen, verfabelt. Im Sommer 1871 musste sie dem Alleinwanderer sich fgen,
zwei Jahre spter fand er Nachfolger, Neuentdecker, und heute findet der Bergtourist in Partenkirchen-Garmisch
(!B)Fhrer(!b) auf die Dreithorspitze, die sogar zwischen (!B)zwei(!b) Wegen ihm die Wahl erffnen. --

Mannigfaltig, wechselvoll, wie Alles Gewordene, wie das Weltall in seiner Unendlichkeit und die Welt
im kleinsten Raume, ist auch das Leben in den Bergen. Ein Jeder richte es nach seinem Sinn, nach seinem
Knnen. Ein Jeder sehe zu, den hchsten Reiz fr sich, den nachhaltigsten Nutzen fr Andere aus seinem
Thun sich entwickeln zu sehen. Vergesse er nie des Ziels, -- nie dessen, was das Ziel ihm erreichbar
macht. Bedachter Plan und Energie der Ausfhrung sollen brderlich sich die Hand reichen. Frisch voran
des Morgens den luftigen Hhen entgegen -- bedacht zu guter Stunde herab zu Tisch und Obdach, den
Wettersturm zu meiden, und was dem Alpenwanderer schlimmer noch, die (!B)Nacht(!b). Beispiele bietet dieses
Buch nicht blos des siegreichen Erfolges, bei gut geplantem, vom Glck, das (!B)nie(!b) ihm fehlt,
getragenen Angriff, -- nein, auch des klglichen Missrathens, verlorener Tage, Stunden des Jammers und
Elends, wo unklug mit der Macht der Elemente gerechnet worden war. --
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!subnode Eines schickt sich nicht fr Alle
!html_name schluss_einesfueralle.html
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Und (!B)Vorsicht(!b) -- Vorsicht auf Stundenweiten voraus und auf Zollbreite vor dem Eisen! -- Sein
(!B)Leben(!b) trgt der Mensch hinein in's wilde Getriebe der Natur, und geistesberlegen zieht aus dem
gefhrlichen Spiel er seinen Einsatz immer und immer wieder heraus und immer mit neuem Gewinn. -- Vorsicht,
und Umsicht, und feste, bedachte Entscheidung der Frage "(!B)Was ntzt?(!b)" -- Unerschtterlich,
# S. 637
ist's beschlossen -- berlegt, ist auch die Zeit nur nach Sekunden bemessen. Khn gewagt, wo Zaudern
von Uebel, sorgsam geprft, wo Zeit und Raum sich beut! Und stets gewrtig des Gedankens, dass eine
feindliche Naturmacht ihm gegenbersteht! -- --

Und so schliesse ich dieses Buch -- nicht im Aufschwunge hochfliegender Phantasie, -- nchtern und khl,
wie in den Bergen und im Leben ich selbst geworden, mit einem goldenen Sprchlein, das Geltung hat in
aller Welt, das auch der Alpenwanderer zu dem seinen machen mge:
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Eines schickt sich nicht fr Alle; (!nl)
Sehe Jeder, wie er's treibe, (!nl)
Sehe Jeder, wo er bleibe (!nl)
(!B)Und wer steht, dass er nicht falle!(!b) ~~~~~~~~~Goethe.
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(!B)Ende(!b).
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# Kunst-Beilagen = Horizontal- und Vertikalprofile

!include bilder.txt

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!node [Glossar]
!html_name glossar.html
# !html_description Glossar
# !alias Glossar

!begin_blist
!label Glossar_Aerar
!item [rar] (lat., das): 1. a) Staatsschatz, -vermgen; b) Staatsarchiv. - 2. (sterr.) ->Fiskus (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~78)
!label Glossar_Dachsteinbivalve
!item [Bivalve] (lat. 'Zweiklappige'), die Muscheln. (!nl)
  (aus: Der Groe Brockhaus, 1929; Bd.~2, S.~768)
!item [Dachsteinkalk] mchtige, helle, gut geschichtete Kalksteine der Norischen Stufe der alpinen
  Trias, oft reich an den herzfrmigen Durchschnitten der Schalen der Muschelgattung (!I)Megalodon(!i)
  ("Dachsteinbivalve"), verbreitet in den stlichen Alpen (Dachstein, Berchtesgadener Alpen, Sdtirol). (!nl)
  (aus: Der Groe Brockhaus, 1929; Bd.~4, S.~326)
# dort auch mit Abbildung!
!item [Fiskus] ("Korb", "Geldkorb"): der Staat als Eigentmer des Staatsvermgens; Staatskasse (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~255)
!label Glossar_Hypsometrie
!item [Hypsometrie] = Hhenmessung (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~329)
!label Glossar_Klinometer
!item [Klinometer] 1.~Neigungsmesser fr Schiffe und Flugzeuge; 2.~Neigungsmesser im Geologenkompa zur
  Messung des Einfallens der Gesteine. (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~403)
!label Glossar_Lias
!item [Lias] die untere Abteilung des Juras (in Sddeutschland: Schwarzer Jura); Jura = erdgeschichtliche
 Formation des Mesozoikums (Erdmittelalter), umfat Lias, Dogger und Malm (!nl)
 (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~329, 376, 494)
!label Glossar_Orographie
!item [Orographie] Beschreibung der Reliefformen des Landes; (!B)orographisch(!b) = die Ebenheiten und
  Unebenheiten des Landes betreffend. (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~558)
!label Glossar_perorieren
!item [perorieren] (veraltet) 1.~laut und mit Nachdruck sprechen; 2.~eine Rede zum Ende bringen (!nl)
 (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~592)
!label Glossar_Petrefakten
!item [Petrefakten] Versteinerungen (von Pflanzen oder Tieren)
!label Glossar_Roetel
!item [Rtel] (Rotstein, rote Kreide, armenische Erde)
  ein erdiges, brunlich- bis blutrotes, stark abfrbendes Gemenge von rotem Eisenocker und Ton, findet sich
  u.a. bei Saalfeld, Nrnberg, Thalitter in Hessen, Wunsiedel, Striegau. Er dient gut geschlmmt als
  Wasserfarbe; nach vorangegangenem Glhen ist er auch fr lanstriche verwendbar. Mit R. hergestellte weiche
  Zeichenstifte ((!B)Rtelstift(!b), zum Anfertigen von (!B)Rtelzeichnungen(!b)) und rote Zeichenkreiden
  knnen durch Zusatz von weien Fllmitteln, wie Gips, Schlmmkreide oder Schwerspat nach Belieben
  abgetnt werden. (!nl)
  (aus: Der Groe Brockhaus, 1933; Bd.~16)
!label Glossar_Silur
!item [Silur] erdgeschichtliche Formation des Palozoikums (Erdaltertum) (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~565)
!item [silurisch] 1.~das Silur betreffend; 2.~im Silur entstanden (!nl)
  (aus: Duden Fremdwrterbuch, 5.~Auflage 1990, S.~718/719)
!item [Rote Kreide] (Rtel, Rotstein, Hausrot) nennt man einen tonigen Roteisenstein, d.i. ein Gemenge aus
  Ton und Eisenoxyd, das da, wo es sich in greren Mengen findet, als Eisenerz verwandt wird. Das
  brunlichrot abfrbende Mineral kommt aus der Gegend von Saafeld und Nrnberg, aus Tirol, Schlesien und
  Bhmen in den Handel und findet sich teils in derben Massen, teils in spaltbaren Stcken (s. Blutstein).
  Die ersteren werden von Zimmerleuten, Steinmetzen u.a. zum Vorzeichnen gebraucht, whrend die anderen in
  lngere Griffel geschnitten und in Holz oder Rohr gefat zur Verwendung gelangen. Zur Herstellung der zum
  Zeichnen auf Papier gebrauchten dnneren Rotstifte wird die Masse erst gepulvert, geschlmmt und, mit
  einem Bindemittel zu steifem Teig angemacht, in Stengel geformt. Feinere Sorten von feurigem Rot erhalten
  einen Zusatz von Zinnober. (!nl)
  (aus: Merck's Warenlexikon, Ausgabe~1920/Nachdruck~1996; S.~372)
!end_blist

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# Stichwortverzeichnis (nur fr hypertextfhige Ausgabeformate sinnvoll)
!ifdest [html, win, wh4, ipf]
!include Stichworte.txt
!endif

#############################################################################################################
!ifdest [html]
!node* Dummy
!html_name dummy.html
!endif

# !autoref [on]
!end_document
